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Freie Wählergemeinschaft Grünendeich: Bebauung Elbdeich 31

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Grünendeich: Bebauung Elbdeich 31

Nachfolgend beschriebener Entwurf, der im Tageblatt vom 11.06.2020 beschrieben wurde, wird nicht umgesetzt!
Nachdem sowohl Anwohner als auch Ratsmitglieder Kritik geäußert haben, wird es eine andere Version geben in Anlehnung an die Altländer Baufibel, passend ins Ortsbild.

Dabei ist davon auszugehen, dass dem neuen Entwurf eine wirtschaftliche Größe zugrunde gelegt wird. Das Erscheinungsbild wird jedoch grundlegend überarbeitet.

GRÜNENDEICH. Die Altländer haben (bislang) die Pläne für einen Hotelneubau am Elbdeich unterstützt. Doch gegen den am Dienstagabend im Rat präsentierten ersten Entwurf einer Ferienwohnanlage mit Hotel Garni gehen Politik und Nachbarn, unterstützt unter anderem vom Welterbeverein, auf die Barrikaden.
Im Vorfeld hatten sich Tourismusverband und -verein – im Grundsatz – für einen Hotelneubau mit Ferienappartements ausgesprochen. Schließlich übernachten viele Gäste in Hamburg, Buxtehude oder Stade.
Bauvorhaben: Die Stader Ferienresidenz Am Elbufer Altes Land GmbH & Co. KG will am Elbdeich 31 in Grünendeich eine Ferienwohnanlage mit Hotel Garni errichten – auf dem Grundstück des, bereits Anfang 2020 abgerissenen, nicht denkmalgeschützten Hotels „Cohrs“.

Zwölf Hotelzimmer und 42 Appartements

Im sechsgeschossigen Hauptgebäude wollen die Investoren zwölf Hotelzimmer und 42 Appartements für Dauer- und Freizeitwohnen schaffen. Über zwei Aufzüge im Treppenhausturm sollen die teils barrierefreien und rollstuhlgerechten Zimmer beziehungsweise Appartements erreichbar sein. Fassaden- und Dachbegrünung sowie Solarthermie gehörten zur Planung.
Ebenerdig sieht der erste Entwurf des Planungsbüros JL Ingenieure aus Großenwörden 58 Parkplätze (teilweise ebenerdig in einem offenen Bereich unter dem Gebäudekörper) vor. Im vorgelagerten Bereich soll an der Hauptzufahrt (K 39) in einer eingeschossigen Modulbauweise die Rezeption mit Frühstücks- und Fitnessbereich, Imbiss mit Terrasse am Brack errichtet werden.

Aussichtspunkt am Brack

Die Containermodule müssten, so der JL-Geschäftsführer Jens Lüneberg, innerhalb von 48 Stunden entfernt werden können, weil das geplante Empfangsgebäude der Ferienresidenz in Grünendeich innerhalb der 50-Meter-Bauverbotszone hinter dem Deich liegen soll. Zwölf Bäume werden gepflanzt, der Öko-Ausgleich erfolgt anderenorts. Das Brack, in der Katharinenflut von 1685 entstanden, soll ökologisch aufgewertet werden.

Bislang fließt der Niederschlag von der Straße ins Brack. Bei der Realisierung würde die Straßenentwässerung in einen Graben geleitet werden. Auch das Regenwasser von Dach und Hof würde (nach der Vorreinigung in einer Sedimentationsanlage) über ein unterirdisches Regenrückhaltebecken abgeführt. Am Brack soll ein Aussichtspunkt mit einer Info-Tafel, erstellt mit der Hilfe der Stader Kreisarchäologie, entstehen. Das Brack würde durch die Verbesserung der Wasserqualität ökologisch aufgewertet, hieß es.Hauptgebäude höher als altes Hotel

Die Ferienresidenz, unterstrich Lüneberg, werde ein „Solitär“ in der Landschaft sein, „mit einer Strahlwirkung im Zeitgeist des neuzeitlichen Bauens, welcher sich mit der Farbgebung und der Leichtigkeit in den Landschaftsraum Elbe und Altes Land einfügt“, so die Architektin Regina Wiens von JL Ingenieure. Das Hauptgebäude wird 18,50 Meter hoch (20,09 Meter über Normalhöhennull NHN) sein, ein Drittel mehr als das alte Hotel.

Zum Vergleich: Die Ex-Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ in Mojenhörn kommt auf 20,17 Meter NHN, das Fährhaus in Twielenfleth auf 23,40 Meter NHN. Bauunternehmer Ulf Bernhardt aus Wischhafen ist überzeugt, dass die Ferienresidenz „eine Bereicherung für den Tourismus im Alten Land“ wäre – auch, weil es in der Samtgemeinde Lühe kein Hotel gebe. Lüneberg sprach von maritimem Flair. Ein kleines 20-Zimmer-Hotel würde sich nicht rechnen.

Kritik: Von den Bürgern kam massive Kritik, es fielen Begriffe wie „Ballermann-“ oder „Parkhaus“-Architektur und „Massentourismus“. Von einem „Klotz“ sprach CDU-Ratsherr Johann Frese. „Ich bin erschüttert“, sagte die Vorsitzende des Welterbevereins Altes Land, Kerstin Hintz.
Bauten wie diese, passten einfach nicht in die Kulturlandschaft und wären ein „Totschlagargument“ beim geplanten neuen Welterbeanlauf der Altländer. Sie forderte die Investoren auf, einen neuen Entwurf im Geiste der Altländer Baukultur vorzulegen. Dafür sprach sich auch die Politik fraktionsübergreifend aus. Damit sich alle Bürger äußern und die vorgelegte Planung einsehen können, beschloss der Rat die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans Nr. 11 „Ferienwohnanlage Elbdeich“ und gleichzeitig die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.
Der Termin ist noch offen, vier Wochen außerhalb der Sommerferien gab der Rat der Bauverwaltung vor. Ulrike Mohr (Grüne) und Bürgermeisterin Inge Massow-Oltermann (FWG), die dem Bauunternehmer bereits 2019 eine Altländer Baufibel in die Hand gedrückt hatte, appellierten an die Investorengruppe, die Bürger mitzunehmen und einen neuen Plan zu präsentieren. Fakt ist: Ohne das Okay des Rates, die Gemeinde hat das letzte Wort bei B-Plänen, bleibt die Ferienresidenz ein Luftschloss.

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